Willkommen beim Partnerschaftsverein Schwalmstadt e.V.
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Besuch des Vereins in Loriol

08. - 12. Mai 2013

Jedes Jahr wechselnd, fuhr diesmal der Schwalmstädter Partnerschaftsverein über Himmelfahrt zu Besuch nach Loriol. Auf Wunsch der Gastgeber erfolgte die Anreise einen Tag früher, nämlich am 08 Mai 2013.

 

Abfahrt war um 05.30 und Ankunft gegen 18.30 Uhr, so dass die 13-stündige Busreise zwar beschwerlich war, aber zügig vonstatten ging. Bei der Begrüßungszeremonie wurde in Reden auf die Bedeutung des Kriegsendes – der Tag ist in Frankreich Feiertag – und des daraus resultierenden Neubeginns deutsch-französischer Beziehungen eingegangen. Danach wurden die Angereisten auf ihre Gastfamilien verteilt bzw. diejenigen ohne in ihre Hotelquartiere gefahren.

 

Auch die Stadt Schwalmstadt war seitens des Magistrats durch Helmut Balamagi, Werner Meyreiß und Detlef Schwierzeck vertreten.

 

Himmelfahrt war den Gastfamilien mit ihren Gästen vorbehalten und wurde u. a. zum Besuch von Sehenswürdigkeiten in der Umgebung genutzt. Freitag hingegen stand ein gemeinsamer Besuch von Lyon, einstige Seidenhauptstadt und heute drittgrößte Stadt Frankreichs, auf dem Programm. Nach einem verspäteten Fahrtbeginn – ein verlorener Mitreisender musste noch gefunden werden – begann eine Führung durch das mittelalterliche und Renaissanceviertel „Vieux Lyon". Höhepunkt dieser Führung waren die für die Öffentlichkeit zugänglichen Traboules, jene für Lyon typischen Durchgänge und Passagen innerhalb von Häuserblocks.

 

Nach dem „traboulieren" wurde ein Mittagsmahl mit Lyoner Spezialitäten, darunter auch der Beaujolais, einem süffigen Rotwein der Region, in einem Lokal in der Altstadt eingenommen. Eine anschließende Fahrt führte auf den Fourvière,den Lyoner Hausberg mit Basilika Notre-Dame und fantastischem Blick über die Stadt und bei guter Sicht bis zu den Alpen.

Danach folgte noch die Besichtigung einer der noch wenigen erhaltenen Seidenmanufakturen mit Museum, wo unter sachkundiger Führung auf die einstige Bedeutung dieses Gewerbes für die Stadt und Frankreich hingewiesen wurde. Nach Rückfahrt in das etwa 120 Kilometer südlich gelegene Loriol endete dieser ausgefüllte Tag mit einem Abendessen bei den Gastfamilien.

 

Am Samstag erfolgte vormittags ein Empfang mit einer Weinverkostung in der Lorioler Winzer-genossenschaft, und die Zeit bis zum abendlichen Bankett verbrachten die Gäste bei ihren Familien. Der festliche Abend wurde mit einem Aperitif und regionalen Leckereien eröffnet, und die musikalische Unterhaltung erfolgte durch die örtliche Blechbläsergruppe. Begleitet wurden die französischen Hobbymusiker durch Brigitte Michelbach (Mandoline), Horst Rininsland (Trompete) und Heike Wolf (Saxophon), welche nach nur einer kurzen Einübungszeit für den Laien durchaus harmonisch mitmusizierten. Für eine weitere musikalische Untermalung des Abends sorgten u.a. Helmut Brenzel (Trompete) und Armin Wiegand (Posaune).

 

Vor dem opulenten Abendessen fand der offizielle Part statt. Vertretend für den Bürgermeister von Loriol sprach Herr Jean Julien, für den Bürgermeister von Schwalmstadt Herr Detlef Schwierzeck, Frau Marie-Agnès Gualda als Präsidentin des Comité de Jumelage, Frau Susanne Reutter als Vorsitzende des Partnerschaftsvereins und Frau Marie-Odile Pion als örtliche Deutschlehrerin und Mitbetreuerin der vorgereisten Schülergruppe. Alle Redner erinnerten an den Erfolg der nunmehr 32-jährigen Freundschaft, mahnten aber auch, diese nicht als gegeben hinzunehmen, sondern sich weiterhin aktiv an der Weiterführung der Partnerschaft zu beteiligen. Besonders Frau Reuter, eine Passage aus einem Artikel der Jubiläumsausgabe der Süddeutschen Zeitung/Le Monde vom 19. Januar 2013 anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Elysée-Vertrages zitierend, wies nochmals auf das aus ihrer Sicht wichtige Erlernen der gegenseitigen Sprachen hin. Mit Speis' und Trank, Tanz und Gesang klang der Abend vergnüglich aus.

 

Die Rückreise am Sonntag begann gegen 08.30 Uhr und dauerte auch in etwa so lange wie die Hinreise, wobei von Glück zu sagen ist, dass wir in keinem großen Stau der Rückreisewelle am Sonntag nach Himmelfahrt steckengeblieben sind.

Abschließend sei noch einmal auf die überaus große Herzlichkeit unserer französischen Gastgeber hingewiesen. Auch um die Mitreisenden ohne Gastfamilien wurde sich rührend gekümmert. Der Verfasser dieser Zeilen etwa, erst zum zweiten Mal in Loriol und auch noch mit Unterkunft im Hotel, wurde ohne vorheriges Kennenlernen quasi von einem Ehepaar adoptiert und wird zukünftig dort einquartiert sein und freut sich auf den Gegenbesuch im nächsten Jahr, wo natürlich „seine" Familie bei ihm zu Gast sein wird. Auch wenn das mit der Sprache noch nicht so geklappt hat, wurde sich radebrechend auf Deutsch/Französisch, mehr Englisch und/oder mit den Händen und Füßen verständigt.

 

Anmerkung Verfasser:

Trotz aller derzeitigen politischen Querelen, als Stichwort sei die Eurokrise genannt, muß es die Aufgabe aller Verbindungen dieser Art sein, solche persönlichen Freundschaften weiterzuführen und zu vertiefen. Denn auf dieser Ebene entstehen Völkerfreundschaften, und nicht erzwungenermaßen auf der politischen Bühne. Dort kann nur der große Rahmen gesteckt werden, siehe Adenauer und De Gaulle beim Abschluß des Elysée-Vertrags vor 50 Jahren. Dennoch ebenso großen Respekt vor den Bürgern sowohl aus Loriol als auch Schwalmstadt, welche, stellvertretend für viele andere Städte und Gemeinden und zunächst nur beiderseits des Rheins, sich erstmals 1981 trafen, und den kleinen Sämling „Völkerfreundschaft" gegen viele Ressentiments in die Herzen der Mitmenschen pflanzte und pflegte, bis er zu einer respektablen Größe gegenseitiger Freundschaft und Vertrauen heranwachsen konnte; und wobei ich große Hoffnung habe, daß auf beiden Seiten der Wille einer Fortführung vorhanden ist und bleibt. Leider ist das so bei anderen deutsch-europäischen Partnerschaften nicht mehr, oder auch noch nicht der Fall.

 

Deshalb nochmals mein Apell:

Völkerverständigung als gegenseitiges Verständnis und Tolerieren nachbarlicher Eigenheiten und Gebräuche, dabei enge Zusammenarbeit unter der Vielfalt der europäischen Nationen, denn diese ungezwungene Verbundenheit ist einmalig in der Weltgemeinschaft und sollte weiter fortgeführt werden.

 

Verfasser: Kay-J. Rudolph

 

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